Skikompaktkurs 2006

Ist das Herr Prieß ? Klar - wer sonst...

Marie Fabisch

Um das Ski- oder Snowboardfahren zu erlernen fuhren 77 Schüler des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums zusammen mit 5 Sportlehrern ihrer Schule vom 08. bis 14. Januar 2006 nach Österreich in das Skigebiet Sonnenkopf/Vorarlberg. Gespannt auf die vielen neuen Erfahrungen traten alle Kursteilnehmer mit einer Menge Gepäck die elfstündige Reise in die Alpen an. Nach ihrer Ankunft um 17.30 Uhr im Central Hotel Löwen in Feldkirch blieb den zukünftigen "Skiprofis" nur wenig Zeit zum Abendbrotessen, da die Skiausrüstung sogleich ausgeliehen werden sollte. Müde von der langen Busreise, auf der schon sämtliche Ferienerlebnisse ausgetauscht wurden, verschwand ein jeder danach auf sein Zimmer.

Skikompaktkurs 2006 Skikurs 2006 der Jahrgangsstufe 12 in Österreich

Der erste Tag, so meinten viele Schüler, erwies sich als der schwierigste. Aufgeteilt in Anfänger-, Fortgeschrittenen- und Snowboardergruppen begann nun die Ausbildung zum eleganten Skifahrer oder professionellen Snowboarder. Mit Optimismus und Mut versuchte jeder Schüler sein Bestes zu geben um am Ende mit Erfolg die gewählte Sportart beherrschen zu können. Ein harter Kampf entwickelte sich für diejenigen, die noch nie zuvor die bevorzugte Sportart ausgeübt haben. So entstand schon nach ungefähr 3 Stunden Training eine neue Gruppeneinteilung. Ein paar Verzweifelte versuchten sich nun in der „Anfängergruppe der Anfänger“ unter Leitung von Frau Resener. Um 17.30 Uhr waren Schüler und Lehrer von der Piste wieder zurück im Hotel. Nach dem Abendessen erfolgte erstmals die Auszeichnung zum „Pistenengel“. So erhielt zum Beispiel Jennifer Pehl ein neongelbes Trikot mit der Aufschrift „Pistenengel“, einen „Power-Riegel“ und eine Urkunde für ihren außergewöhnlichen Fahrstil und den besonderen Kampfesgeist. Erschöpft vom vielen Stürzen und wieder Aufstehen und mit ersten blauen Flecken genoss gewiss ein jeder seinen tiefen Schlaf.
Am Dienstag, dem zweiten Tag auf der Piste zeigten sich bei allen schon große Fortschritte, insbesondere was das Bremsen anging. Die ersten Leistungskontrollen wurden bei den Skifahrern im Flugbogen und bei den Snowboardern im richtigen Hinfallen und Anhalten absolviert. Oft angetrieben durch die meist guten Noten und das sonnige Wetter verbesserten viele ihre Leistung sichtlich. Abends hatten die Schüler die Möglichkeit im Skat-, Rommee- oder Mau Mau-Turnier gegen die Lehrer anzutreten. So zeichneten professionelles Spiel und Erfahrung die wirklichen Kartenspieler aus. Dennoch gewann Herr Prieß das Skatturnier, doch nur knapp gefolgt von Herrn Janas und Daniel Heyer.
Am dritten Tag baute jeder Kursteilnehmer sein Können weiter aus und arbeitete an der Technik des Flugschwunges oder der Links- und Rechtskurven mit dem Snowboard. Die besonders mutigen Anfänger begaben sich nun auch auf neue und schwerere Pisten. Auf dem Hinweg zur Piste erfuhren wohl alle Sportler zum ersten Mal eine klassische Buspanne, die leider auch bis zum Ende des Trainingstages nicht behoben werden konnte. Es folgte eine verspätete Abfahrt von Skiort, da so schnell kein neuer Bus zur Verfügung stand. Um die Langeweile zu bekämpfen wurden Lieder angestimmt und viel gelacht. An Stimmung fehlte es auch den restlichen Abend nach der Rückfahrt mit zwei Ersatzbussen nicht. Ein von den Lehrern organisierter Gesangsabend sorgte für eine Menge Spaß und Unterhaltung.
Besonders an den beiden letzten Tagen zeigte sich, dass die Belastung für jeden doch sehr groß war. Trotz Allem überwanden alle das höhere Anforderungsniveau und die nächsten Leistungskontrollen. Nach dem Essen wurde unter anderem Annemarie Mai die Bezeichnung „Pistenengel“ für eine besonders elegante und geübte Weise des Skifahrens verliehen. Außerdem erfolgte die traditionelle Taufe einiger weniger Schüler, die unter allen anderen besonders auffielen. In blauen Kutten verabreichten die heiligen Schwestern und ihr Vater, der Osterburger Sportlehrer Herr Janas, den Auserwählten das „heilige Gesöff“, welches sie von Innen reinigen sollte. So wurde Thomas Kuhlmann auf den Namen „Pistenheizer“ getauft und Isabel Liemann würde von nun an auf die Bezeichnung „Bergziege“ hören. Für das außergewöhnliche Talent andere Leute von ihren Skiern zu befördern bekam Juliane Ahrens den Rufnamen „Grabenschubser“. Mit einem geprellten Knie hatte Ariane Völzke leider schon am zweiten Pistentag nicht mehr die Möglichkeit ihre Snowboardausbildung fortzusetzen. Letztendlich blieb ihr nichts anderes übrig als einfach auf einem Hügel zu sitzen und das schöne Wetter zu genießen. Deshalb soll sie von dem Tag ihrer Taufe an „Sonnenanbeterin“ genannt werden. Zum späteren Abend gab es für die Teilnehmer des Kurses die Gelegenheit in einer Westernbar den Erfolg der vergangenen Tage zu feiern und einfach nur Spaß zu haben.
Den letzten Tag gingen Ski- und Snowboardfahrer ruhiger an. Die abschließende Prüfung galt es noch zu bestehen und dann wurde der restliche Tag auf der Piste dem freiem Fahren oder Sonnen gewidmet. Gleich danach machten sich alle gemeinsam auf den Rückweg nach Osterburg.
Nach Meinung des Skikursorganisators und Sport- sowie Deutschlehrers Hartmut Prieß (46) kam in diesen 5 Tagen eine außerordentlich positive Stimmung auf. Der Umgang Lehrer – Schüler war sehr freundlich und machte den alljährlichen Skikurs zu einem einmaligen Erlebnis für alle Schüler und Lehrer. Prieß erzählt weiterhin: „Dies ist nun schon mein elfter Skikurs. Ich bin sehr positiv vom Fleiß und Einsatz aller Schüler überrascht, auch von ihrer Entwicklung. Gute Pisten sind immer ein wichtiges Kriterium, welches auch diesmal hervorragend erfüllt war. Ich möchte mich außerdem besonders für die Flexibilität unserer Reiseleiter bedanken, die es möglich machten, so schnell Ersatzbusse zu beschaffen. Außerdem konnte durch das ständige zur Verfügung Stehen des Busses die Ausbildungszeit weiter ausgebaut werden.“ Alle Lehrer waren erfreut über das starke Durchhaltevermögen der Snowboarder, die jeden Tag großen Herausforderungen zu bewältigen hatten. Auch allen Schüler hat dieser Unterricht in anderer Form sehr gut gefallen. Ein hoher Spaßfaktor und das Stärken des Zusammenhaltes innerhalb des Jahrgangs waren für jeden einzelnen besonders wichtig. Antje Schneider und Peggy Uchtenhagen berichteten entrüstet: „Kinder im Alter von ungefähr 5 Jahren sind an uns in einer gewagten Geschwindigkeit vorbei gefahren und haben gelacht, weil wir zur Hälfte im Schnee steckten. Erstaunlich, in welchem Alter man solche Sportarten schon lernen kann. Es war auch für uns eine tolle Erfahrung, trotzdem sind wir mit unseren Leistungen nicht ganz zufrieden. Wir hatten beide Besseres erwartet. Die abwechslungsreichen Abende mit den Lehrern waren lustig.“ Auch Filip Mäder beurteilte den Kurs als eine gute Idee, die man nicht aus den Augen verlieren sollte. Er selber war sehr zufrieden mit seiner Leistung, da er vorher noch nie Ski gefahren war. Ebenfalls hätte Maria Muhl nicht erwartet solche Fortschritte zu machen. Sie war dankbar für die gute Unterstützung durch die Lehrer und fand die Tage auf der Piste doch sehr anstrengend.
Letztendlich waren jedoch alle stolz auf ihre Ausdauer und die erbrachten Leistungen und freuten sich mehr als alles andere auf ihre Familien, die zu Hause schon warteten. Der ein oder andere bevorzugte nach dieser anstrengenden Woche sogar ausnahmsweise mal wieder die Schule.