Die Schülerinnen Maria Dorn und Isabel Kruppke schrieben für den Jahrgang 2008 am Schulstandort Osterburg die Rede, die traditionell den Abschluß der Ausgabe der Abiturzeugnisse an die Abiturientinnen und Abiturienten bildet sowie die Entlassung der Schülerinnen und Schüler aus dem Markgraf-Albrecht-Gymnasium in Osterburg abschließt.

...wir setzen die Segel!

Sehr geehrter Herr Dr. Müller,
sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer,
sehr geehrte Mitglieder des Freundeskreises,
sehr geehrter Herr Raden,
liebe Eltern und Verwandte,
liebe Freunde und Bekannte und
vor allem liebe Mitschülerinnen und Mitschüler,

nun möchten auch wir Sie und Euch im Namen des Jahrgangs recht herzlich begrüßen und ein paar Worte an alle richten:

Die heutige Zeugnisausgabe ist für uns ein sehr bedeutender Anlass, denn jetzt sind wir offiziell keine Schüler mehr.
Keine Schüler mehr zu sein gibt uns erst einmal Freiheit, aber auch die volle Verantwortung für uns selbst und die weiteren Schritte, die wir nun gehen können.
Das ist Neuland für die meisten, wenn nicht sogar für alle Schülerinnen und Schüler unseres Jahrgangs, denn bisher waren wir es gewöhnt, durch den Schulalltag zu gehen und gesagt zu bekommen, was zu tun ist.

Zwölf Jahre haben wir nun diesen Schulalltag erlebt.
Zwölf Jahre mussten wir so manches mal schwitzen und bangen.
Wir mussten vieles lernen, was uns nicht immer sinnvoll erschien.
Wir bekamen genau dann Unmengen von Hausaufgaben auf, wenn wir gerade überhaupt keine Zeit dazu hatten, denn es gab ja meist irgendetwas Wichtigeres.
Und überhaupt hatten wir es als Schüler nicht gerade leicht.

Immerhin hat auch jeder von uns in seiner gesamten Schulzeit durchschnittlich

- 22000 Blätter beschrieben,
- dabei ca. 4320 Patronen geleert und
- mehr als 250 Klausuren überstanden.

Wir haben in den zwölf Jahren eine Anzahl von etwa 13500 Stunden in der Schule verbracht, statt auszuschlafen, baden zu fahren, Eis zu essen und viele andere schöne Dinge zu tun.

Aber all diese kleinen und größeren Anstrengungen und Strapazen des Schülerdaseins können wir nun mit einem lächelnden Auge beschauen, denn sie liegen hinter uns und haben sich gelohnt.

Außerdem sieht man jetzt nach der Schule und den Prüfungen, dass es eigentlich doch eine sehr schöne, aufregende, interessante und unvergessliche Zeit war, die auch viele positive Seiten an sich hat.

Wir haben in den zwölf Jahren viel dazugelernt und viele Erfahrungen gewonnen, die uns in der Zukunft noch begleiten werden.

Zum Beispiel, wie wichtig es ist,

- Freundschaften zu schließen und sie zu pflegen,
- sich aufeinander zu verlassen,
- zu geben und zu nehmen,
- zu bitten und zu danken,
- zusammenzuarbeiten,
- sich in schwierigeren Zeiten nicht aufzugeben,
- einander zu vertrauen und
- vor allen Dingen auch sich selbst zu vertrauen.

In den vergangenen zwölf Jahren schlossen wir viele Freundschaften. Wir gaben unseren Freunden Zuwendung, Hilfe, Zeit und das Gefühl, dass wir immer für sie da sind und im Gegenzug bekamen wir das Gleiche von ihnen zurück. Denn wir wussten, dass unsere Freundschaft dafür da ist! Oft brauchten wir nicht lange um Hilfe zu bitten, doch kaum kam uns das Wörtchen über die Lippen, konnte keiner dem anderen einen Wunsch abschlagen.
Aber nicht nur in unseren Freundschaften hatte das Wörtchen eine große Bedeutung. Auch wenn wir wieder einmal Hilfe von den Lehrern brauchten, standen sie uns bei und halfen uns. Dabei haben wir manches mal vergessen, uns für diese Unterstützung zu bedanken.
Unsere Dankbarkeit zu zeigen auch gegenüber unseren Mitschülern, fiel uns nicht immer leicht.

Als die Zeit kam und wir unsere eigenen Feste und Märkte,

- wie dem Ostermarkt,
- den Weihnachtsmärkten,
- der Weihnachtsfeier,
- der Abi-Party im ’Flash’ und
- dem Herbstfest veranstalteten,

rutschte der Dank des öfteren in den Hintergrund. Stattdessen kam es bei den Planungen dieser Veranstaltungen oftmals zu Diskussionen und Problemen. Viele Köpfe mit vielen unterschiedlichen Ideen sind in diesen Zeiten gegeneinandergestoßen, und die Stimmung heizte sich in unserem Jahrgang auf. Dafür sorgte oftmals auch die „stille Post“, die zu etlichen Missverständnissen und Beschwerden führte.
Doch auch das waren wichtige Erfahrungen, die gemacht werden mussten, um Kompromisse zu finden und die Zusammenarbeit zu verbessern. Denn am Endresultat dieser nicht ganz einfachen Organisationen hat man gesehen, wie schön es sein kann, wenn man gemeinsam an etwas arbeitet.
Alle Veranstaltungen verliefen erfolgreich und haben uns neben den Mühen viel Spaß bereitet, an Eigenständigkeit und Erfahrung bereichert und den Jahrgang manchmal sogar etwas dichter zusammengeführt.

Mit dem Erlangen unserer Reifezeugnisse, wollen wir zeigen, dass wir aus unserer Vergangenheit gelernt haben und Dankbarkeit zeigen können.
Den Mitgliedern des Abi-Komitees, sei an dieser Stelle für die schönen Feiern und Erlebnisse ein herzliches Danke ausgesprochen. Im Namen des Jahrgangs möchten wir euch sagen:
Vielen Dank für eure freiwillige, verantwortungsvolle, zeitaufwändige, mühevolle und gute Arbeit, die heute Abend mit unserem Abiball ihren Höhepunkt erreicht.

Aber nicht nur das Abi-Komitee ermöglicht es uns heute Abend gemeinsam unseren Abiball zu feiern, denn ohne unsere Eltern und auch Lehrer würden wir gar nicht hier stehen.
Somit richtet sich unser Dank auch an die hier anwesenden Lehrerinnen und Lehrer und unsere Tutoren, die uns oft in Problemen unterstützt haben, Geduld mit uns hatten und versucht haben, uns etwas beizubringen. Sie genießen unseren Respekt, dass Sie es so lange mit uns ausgehalten haben J.

Und unseren Eltern möchten wir nun ebenfalls danken für die jahrelange Unterstützung, die wir von ihnen erhalten haben. Die Wege, die wir jetzt alle vor uns haben, stellen auch an sie eine neue Aufgabe: Uns loszulassen, uns zu vertrauen und uns in unseren neuen Zielen und Ideen zu unterstützen.

Diese sind außerordentlich vielfältig. So geht der eine zum Beispiel mit Travel and Work nach Australien oder macht ein Jahr Au-pair in Amerika.
Der andere bleibt lieber in der Heimat und geht erst einmal zur Bundeswehr, leistet Zivildienst oder schiebt ein Freiwilliges Soziales Jahr dazwischen.
Viele wollen keine Zeit verlieren und werden schon dieses Jahr ein Studium oder eine Ausbildung beginnen.

Egal wofür sich jeder von uns entschieden hat oder noch entscheiden wird, wir wünschen allen viel Erfolg auf den weiteren Wegen.

Ganz unter dem Motto unseres letzten Schultages: 'Fluch der Kabirik – wir setzen die Segel' ist es nun Zeit für uns, den Anker einzuholen, die Segel zu setzen und das Ruder in die Hand zu nehmen.

Jetzt sind wir Kapitän unseres eigenen Schiffes.

Wir wünschen allen Mitschülerinnen und Mitschülern

immer kräftigen Rückenwind,
eine handbreit Wasser unterm Kiel und
allseits gute Fahrt.