Ernst Schneller wurde am 8. November 1890 in Leipzig geboren und starb
am 11. Oktober 1944 im Konzentrationslager in Sachsenhausen.
Als Sohn eines Eisenbahners und eines ehemaligen Soldaten besuchte er
bis 1910 ein Lehrerseminar. Nach einer zeitweiligen Flucht aus diesem,
war er von 1911 bis 1919 Hilfslehrer und ab 1913 als Lehrer in verschiedenen sächsischen Städten tätig. 1914 meldete er sich freiwillig, auf Grund seiner nationalistischen Einstellung, zum Militär und war seit 1916 Offizier. Während der Novemberrevolution war er Mitglied im Arbeiter- und Soldatenrat seiner Einheit. 1919 kam er als Lehrer nach Schwarzenberg (im Erzgebirge) wo er als Ex-Offizier zunächst auf Ablehnung stieß, was sich aber nach seinem Eintritt in die SPD änderte. Während des Kapp-Putsches organisierte Schneller in Schwarzenberg ein Widerstand. Wenig später trat er in die KPD ein, da diese ihn durch ihr konsequentes Verhalten beeindruckte. Von 1921-1924 hatte er als Nachrücker der KPD einen Sitz im sächsischen Landtag erhalten. Hier sprach er zu zahlreichen Minderheitsantragen der KPD, die sein Fachgebiet, die Pädagogik betrafen. Außerdem setzte er sich für eine umfassende Revolution im Bildungswesen ein. Im Mittelpunkt sollte die Produktionsschule stehen. Er verteidigte auch Anträge seiner Fraktion zum Beispiel zur Bekämpfung des Kinderelends durch Einführung kostenloser Schulspeisen und durch Ausstattung schulentlassener Kinder mit Kleidung. Im Herbst 1923 war Schneller in Hamburg kurzzeitig inhaftiert.



Im November 1924 wurde er aus dem Schuldienst entlassen.
Im Dezember wurde er Mitglied des Deutschen Reichstages in Berlin, dem er bis 1933 angehörte. 1927 wurde er Pollleiter des Bezirks Erzgebirge – Voigtland sowie eines von vier Mitgliedern des zentralen Politiksekretariats. 1929 verlor er seinen Sitz im Zentralkomitee und wurde nur noch mit untergeordneten Aufgaben betraut. Für die Reichstagswahlen nach Hitlers Machtantritt entwarf er einen Klebezettel, auf dem er den SA-Terror anprangerte und den er mit seinem vollen Namen unterzeichnete. Nach dem Reichstagsbrand ist er am 27./28. 1933 in Berlin verhaftet worden. Im April 1933 wurde er in das Konzentrationslager Sonnenburg überführt und saß ab 8. Juli 1933 in der Gefangenenanstalt in Leipzig in Untersuchungshaft. Am 9. November 1933 wurde er wegen Aufforderung zum Hochverrat zu 6 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Am 16. November trat er seine Strafe im Zuchthaus Waldheim an, wo er bis 1939 zeitweilig in Einzelhaft saß. Im Juli 1939 ist er in das Konzentrationslager Sachsenhausen überführt worden. Dort gehörte er der Leitung der illegalen KPD- Organisation an.
Am 11. Oktober 1944 wurde er gemeinsam mit Mathias Thesen, Rudolf Henning und Gustl Sandtner erschossen, weil sie einen Häftlingsaufstand vorbereitet hatten.
Er wurde in zahlreichen Orten mit Denkmäler geehrt, so auch in Osterburg.




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