Erster Vereinsvorsitzender

Das ist Pit...

Außerordentliche Mitgliederversammlung am 23.11.2002

Ernennung von Hans Martin Meinecke zum Ehrenmitglied des Vereins "Freundeskreis Markgraf-Albrecht-Gymnasium Osterburg e.V."

Herr Groskopf schrieb und verlas die Laudatio und der Vereinsvorsitzende Herr Rosahl nahm die Ehrung vor.

Laudatio

Mitte der 50-iger Jahre tauchte im Lehrerkollegium der Osterburger Oberschule ein Student der Berliner Humboldt-Universität auf, der sich anschickte, das glatte Parkett der Pädagogik betreten zu wollen. Und in der Tat: seit 1956 bemühte er sich in dieser Schule über fast 4 Jahrzehnte hinweg, Schülerinnen und Schülern höhere Mathematik beizubringen und bei den Eleven Verständnis für physikalische Probleme zu wecken. Und dieser Absolvent war niemand anderes als Hans-Martin Meinecke - kurz Pit genannt - der nach seinem erfolgreichen Studienabschluss wieder in seiner Heimatstadt Osterburg Wurzeln geschlagen hatte. Damals schon war es, dass ihm sein ehemaliger Lateinlehrer Hans Passarge ihn beiseitenehmend erklärte: "Eine Oberschule, ein Gymnasium, ist kein ordentliches Gymnasium, keine ordentliche Oberschule, wenn diese Bildungseinrichtung nicht auch über einen arbeitsfähigen Förder- und Traditionsverein verfügt. Du lieber Pit, bringst gute, ja beste Voraussetzungen mit, einen solchen Verein einmal ins Leben zu rufen und ihm gegebenenfalls vorzustehen!" . Nur war das mit der Gründung eines Schulvereins auf dem Gebiet der DDR und zu Zeiten der DDR so eine Sache: es war nämlich ein Unding, einen solchen Verein gründen zu wollen mit dem möglichen Ziel, an Traditionen anknüpfen zu wollen, vielleicht noch an alte Zeiten zurück zu denken! Die Bedingungen, einen Schulförder- und -traditionsverein an der inzwischen in Gymnasium Osterburg umbenannten Schule auf die Beine zu stellen, taten sich erst nach der Wende auf. Nun erst schlug die Stunde von Hans Martin Meinecke. Sich der eingangs erwähnten Worte seines Lateinlehrers Passarge erinnernd, machte er sich mit Vehemenz daran, einen rechtsfähigen, beim Amtsgericht eingetragenen Verein zu gründen, der das Ziel hatte, die Bildungsaufgaben am Osterburger Gymnasium nach Kräften und finanziellen Möglichkeiten entsprechend zu unterstützen, andererseits aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl ehemaliger Pennäler der Osterburger Bildungseinrichtung zu aktivieren und traditionsbewusst weiter zu entwickeln.
Erfreulich war es in diesem Zusammenhang, dass es Pit gelang, die in der bisherigen Gemeinschaft ehemaliger Schülerinnen und Schüler der Markgraf-Albrecht-Schule und der Höheren Töchterschule Osterburg organisierten Mitglieder sofort in den neu gegründeten Verein zu integrieren. Als Geburtsstunde des Vereins gilt der 16. Juni 1993, als dessen erster Vorsitzender Hans Martin Meinecke gewählt worden war. In seiner Person vereinigten sich Voraussetzungen, die ihn prädestinierten, in der genannten Funktion aktiv zu werden: 1930 in Osterburg geboren, im selben Ort aufgewachsen, hat er die gesamte Schulzeit von der 1. - 12. Klasse in Osterburg absolviert; seit 1954/55 ist er praktisch stets und ständig mit der Oberschule bzw. dem Gymnasium seiner Heimatstadt als Lehrer aufs engste verbunden. Bei diesen Vorraussetzungen ist es naheliegend, dass er ganze Schülergenerationen kennt und schließlich auch alle Lehrkräfte, die in den vergangenen 50 bis 60 Jahren (!) an der Schule tätig waren. Ihm sind in gleicher Weise viele, viele Eltern bekannt, kurz: er ist über zwischenmenschliche Beziehungen und Bindungen im gesamten gesellschaftlichen Bereich der Stadt informiert. Aus der Sicht des Freundeskreises war Pit Meinecke als Vorsitzender des Vereins bestimmt der richtige Mann am richtigen Ort. Und er hat diese übernommene Aufgabe im Interesse der Sache, im Interesse des Gymnasiums ernst genommen. Er hat in den Jahren seiner Vereinstätigkeit als Vorsitzender Ideen entwickelt, die den Verein bekannt gemachten. Er tat dies in selbstloser Weise, hatte er doch zu diesen Zeiten weder Kinder noch Enkelkinder an der Schule. Er kümmerte sich persönlich um alles im Verein, was in irgendeiner Weise notwendig erschien und erledigt werden sollte - und das tat er dann oft auch noch ganz allein. Musste er jedoch nicht - tat es aber. (Förderprojekte der Schule, Auszeichnungen und Ehrungen von Schülerinnen und Schülern bei unterschiedlichten Anlässen, Ausarbeitung diverser Manuskripte für die FGO-Nachrichten, Zusammenarbeit in erster Linie mit der Schulleitung, aber auch mit örtlichen Behörden, Organisierung sämtlicher Postangelegenheiten, Organisation der Ehemaligentreffen im September, Organisierung der Absolventenbewegungen am 2.Weihnachtsfeiertag, Finanzangelegenheiten des Vereins. Die Liste der Tätigkeiten von (Hans Dampf) / Hans Meinecke müsste noch stark erweitert werden; an dieser Stelle möge die Aufzählung genügen.
Es ist schön und lobenswert, wenn man - älter werdend - immer noch aktiv bleibt, sich immer wieder neuen Aufgaben stellt und und sie mit Hingabe und Verantwortung selbstlos wahrnimmt. Hans Martin Meinecke ist ein solcher Mensch, auf den diese Beschreibung passt. Ihm gebührt dafür im vollem Umfang Dank und Anerkennung.
Der Vorstand des Freundeskreises Markgraf-Albrecht-Gymnasium Osterburg hat beschlossen, die bedeutenden Verdienste des langjährigen Vereinsvorsitzenden um den Verein und um das Osterburger Gymnasium mit der Ernennung zum Ehrenmitglied des Vereins zu würdigen. An dieser Stelle darf aber nicht unerwähnt bleiben, das die zeitaufwendige und arbeitsintensive Tätigkeit des heute Ausgezeichneten für den Freundeskreis nur möglich war, weil er eine verständnisvolle Frau zur Seite hat, unser Vereinsmitglied Frau Dr. Helga Meinecke. Auch ihr zollen wir an dieser Stelle unseren Dank und unsere Anerkennung.

Lieber Hans-Martin Meinecke, über fast 10 Jahre hinweg hast Du "Deinen" Verein, den Freundeskreis Markgraf- Albrecht- Gymnasium Osterburg als Vorsitzender erfolgreich geführt, Du hast Dich bereit erklärt, auch weiterhin die Vereinsarbeit als Mitglied des erweiterten Vorstandes aktiv zu unterstützen. Das hat uns sehr gefreut, und wir sind davon überzeugt, dass Du in dieser Funktion dabei nicht nur ein stiller Zuhörer sein wirst - ganz im Gegenteil, Du wirst auch weiterhin Dein ganzes Engagement in die Vereinsarbeit einfließen lassen. Dazu und für Dein ganzes weiteres Leben wünschen wir Dir alles Gute und viele Erfolge. Bleib weiterhin gesund und auch zukünftig ein aktiver Mensch in unserer Gesellschaft.