Hanna aus Finnland
Hallo!
Ich bin Hanna Ala-Vannesluoma - eine Austauschschülerin aus Finnland. Da wohne ich in Vaasa an der Westküste und gehe in die IB-Schule (Englische Klasse). Hier in Osterburg bin ich seit März 2003 in der Klasse 11c. Erst war ich 2 Wochen in Mid-Stay und danach habe ich die Gastfamilie gewechselt und bin hier bis heute geblieben. Ich glaube, dass nur sehr wenige wissen, dass es mich überhaupt (an der Schule) gibt, weil ihr ja schon 3 Austauschschülerinnen hattet.
Ja, mein Jahr in Deutschland. Hmm. Das ist ganz schwierig irgendwie nur kurz etwas dazu zu sagen. Auf jeden Fall habe ich jetzt mein Koffer voll toller Erlebnisse, einige sehr gute Freunde, viel von den deutschen Kultur, Tränen, Sonnenstrahlen und Freunde überall in der Welt - buchstäblich. Als ich noch in Finnland war, hatte ich gedacht, dass Deutschland gar nicht so anders ist als Finnland. Aber ich hatte keine Ahnung.
Ich habe aber bemerkt, dass die Deutschen ihr schönes Land gar nicht lieben. Ich könnte mir nicht vorstellen, irgendwo anders als in Finnland zu leben. Ich liebe unsere kalten Winter (bis -30 Grad) mit viel Schnee, hellen Sommer, die Berge in Lappland und die vielen Seen. Die Sauna (jeder Finne hat eine Sauna), wohin wir immer am Samstag Abend gehen, melancholische? Musik und Kunst. Einfach alles, dass ich bin - eine Finnin, und würde nie was anderes sein wollen. Wir sind ein kleines Volk, das immer gegen die Großen (Rußland und Schweden) gekämpft hat. Wir existieren noch mit unseren Nokia Handys (und Gummistiefeln), Linux, Momin Bücher, toller Pop Musik. Ok; Elche haben wir auch, sogar eine Sorte die "Deutscher Elch" heißt. Von Pisa Studie hatte ich in Finnland nie gehört. Die Welt hat normalerweise keine Ahnung von uns, aber manchmal ist das auch besser so.... .
Während meines Austauschjahres habe ich zwei völlig verschiedene Teile Deutschlands (und Dialekte) kennengelernt. Die bergige Rhön in Unterfranken und ihre nebligen Morgen. Dann hier die flache Altmark in Sachsen/Anhalt, mit Windkrafträdern und Fahrradwegen. Und ich mag die beiden so sehr, obwohl ich glaube, dass mein Herz immer auf den Bergen in Bayern bleibt, bei Brezeln und Blasmusik. Das finde ich echt toll, dass fast jedes Dorf seine eigene Musikkapelle hat. Da habe ich Klarinette mitgespielt und schöne Märsche gelernt. Dort habe ich auch sehr wichtige Freunde, die ich jeden Tag vermissen werde und die hierher gefahren sind, um mich zu besuchen! Die besten Sachen in meinem Austauschjahr sind die netten Menschen, die ich kennengelernt habe, gewesen. Meine Freunde und meine Gastfamilie, die sind das, was ich gern nach Finnland mitnehmen möchte (und auch ein paar Brezeln), aber das Schönste ist ja, dass ich dann wieder hierher kommen kann, um alle wiederzusehen.
Es ist auch schön gewesen, immer wenn ich bemerkt habe, wie mein Deutsch besser geworden ist. Wie am Anfang, als ich fast kein Wort verstanden habe, obwohl ich Deutsch in der Schule gelernt hatte, und dann plötzlich bemerkt habe "Hey, das hatte ich aber nicht in der Schule gelernt, das kam dann irgendwie automatisch". Die beste Kompliment war wirklich, als ein deutsches Mädchen gesagt hat: "Was? DU bist eine Austauschschülerin? Ich habe gedacht, dass du eine Deutsche bist!" Das hat mich glücklich gemacht.
Nach allem hatte ich ein sehr schönes Jahr in Deutschland, ich hatte ein schönes Ostern mit meiner Gastfamilie, wir haben Eier gefärbt und gesucht. Wir haben viel über "Lappen" gelacht, die in Lappland wohnen und meine Gastfamilie hat komische finnische Wörter gelernt. Es ist auch schwierig gewesen, aber dann muss man irgendwie versuchen, die positive Sachen finden, und wie man in Finnland sagt: "Aika kultaa muistot" - die Zeit vergoldet die Erinnerungen... .
Machs gut Deutschland
Eure Hanna