Biographische Eckdaten des Albertus comes de Ballenstedt

Um 1100 wird Albrecht als Sohn Ottos des Reichen, Graf von Ballenstedt († 1123) und Eilika († 1142), einer Tochter des letzten billungschen Herzogs von Sachsen Magnus geboren.

Albrecht erscheint mit einer Nennung als Zeuge im April 1120 in einer Urkunde des Halberstädter Bischofs Reinhard zum ersten Mal in den schriftlichen Quellen.

Nach dem Erwerb des väterlichen Erbes 1123 gelingt es Albrecht im selben Jahr, mit Hilfe des sächsischen Herzogs Lothar und gegen den Willen des Kaisers Heinrich V., die Markgrafenschaft über die Lausitz zu erlangen. 1131 verliert er diese Würde wieder.

Am 25. April 1134 erscheint Albrecht der Bär in einer Kaiserurkunde Lothars von Süpplingenburgs erstmals als Markgraf der Nordmark.

Der sächsische Herzog, spätere Kaiser Lothar III. ( mittelalterliche Darstellung)

Durch die Ächtung Heinrich des Stolzen, Herzog von Bayern und Sachsen, infolge des Streites mit dem neuen König Konrad III., vergibt der König im Sommer 1138 das vakante sächsische Herzogtum an den Askanier Albrecht, der dadurch in die Gruppe der ranghöchsten weltlichen Fürsten aufsteigt.

Albrecht gelingt es nicht, seine neue Amtswürde nachhaltig militärisch durchzusetzen und verliert spätestens im Frühjahr 1142 die Herzogswürde in Sachsen an den Welfen Heinrich den Löwen. Gleichzeitig wird er erstmals als Markgraf von Brandenburg bezeichnet.

1157 wird Albrecht gezwungen, die 1150 geerbte Brandenburg von einem gewissen Jaxa, der die Feste im Frühjahr durch Verrat in seine Hand bekommen hatte, zurückzuerobern.

Die Marienkirche auf dem Harlunger Berge (Brandenburg)

Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts fördert der Askanier den Landesausbau innerhalb seiner Gebiete. Durch die Ansiedlung von Holländern, Seeländern und Flamen aus dem Westen des Reiches gelingt es, aus den sumpfigen Gebieten an Elbe und Havel fruchtbares Ackerland zu gewinnen, sowie die eigene Herrschaft dauerhaft zu sichern. Als bekannte Beispiele dieser Kolonisationsbemühungen sind die Übertragung Werbens an die Johanniter oder die Verleihung des Marktrechtes an das Dorf Stendal 1160 zu nennen.

Das letzte Lebensjahrzehnt des „Bären“ prägt der Kampf gegen Heinrich den Löwen, dessen Herrschaft in Sachsen und Bayern, Albrecht zwar ins Wanken aber nicht zum Einsturz bringen kann. Der letzte belegte Aufenthalt Albrechts ist die Teilnahme an der Domweihe in Havelberg im August 1170.

Am 18. November 1170 stirbt Albrecht, genannt der Bär, an unbekanntem Ort und wird vermutlich an der Seite seiner Frau Sophia in der Klosterkirche zu Ballenstedt/Harz beigesetzt.

Bekehrung der heidnischen Wenden zum Christentum

Literatur:
Partenheimer, L.: Albrecht der Bär, Köln 2001.
Springer, M.: Albrecht der Bär, in: Tullner, M. (Hrsg.):
Persönlichkeiten der Geschichte Sachsen-Anhalts, Halle 1998, S. 27-31.

Abbildungen: Herr Schütte